Meine Philosophie

Meine Berufsausbildung zum Koch und Restaurantfachmann und die darauf folgenden Jahre in der Gastronomie haben mich sehr stark geprägt. Ich war gerne Gastronom und es bereitete mir ein Mordsvergnügen, meine Gäste glücklich zu machen.
Zu Beginn meiner Tätigkeit als Delikatessenhändler fühlte ich mich immer noch wie ein emphatischer Gastronom. Das Schlimmste was mir passieren konnte, waren berechtigte, negative Kritiken. Um diese zu vermeiden, versetzte ich mich schon vor 30 Jahren in die Situation unserer Kunden. Ich steuerte unsere Firma so, dass alle unsere Kunden so behandelt wurden, wie ich als Koch gerne behandelt werden würde.

Alles, was mich als Kunde gestört hätte, wurde eliminiert. Alles, was ich mir als Kunde gewünscht hätte, wurde installiert.
So gab es bei uns von Anfang an keine Mindestbestellmengen, keine vorgeschriebenen Gebindegrößen, superschnellen Versand und keine Versandkosten. In den folgenden 30 Jahren wurde an dieser Philosophie gefeilt und sie wurde immer weiter verfeinert. Immer so, dass es für den Kunden angenehmer wird, bei uns zu bestellen, selbst wenn es für uns dadurch komplizierter wird. So war same day delivery im Nahbereich und next day delivery im Rest von Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits in den 90er Jahren bei uns gelebter Standard.

Beflügelt vom Erfolg dieser Aktivitäten weiteten wir unser Denken in viele Richtungen aus. So behandelten wir unsere Lieferanten, wie wir gerne als Lieferant behandelt werden würden. Das heißt, wir versuchen nicht auf „Teufel komm raus“ die besten Preise raus zu quetschen, sondern wir versuchen die Qualität des Produkts aufrechtzuerhalten oder gar zu verbessern. Denn gerade das lässt sich unter permanentem Preisdruck nicht realisieren. Unsere Lieferanten realisierten dieses sehr schnell, und recht bald kam es zu Situationen, in denen wir bei extremer Warenknappheit trotzdem lieferfähig blieben, weil unsere Lieferanten unser Engagement mit Treue honorierten. Zudem kam es bei vielen Lieferanten zu einem Umdenkungsprozess, weil sie erkannten, dass der Preis nicht der allmächtige Faktor ist, sondern dass es tatsächlich auch im Handel noch Kunden gibt, die Wert auf Qualität legen.

Zu guter Letzt wandten wir unser Denken auch auf unsere Mitarbeiter an. Wir behandeln sie so, wie wir als Mitarbeiter gerne behandelt worden wären. Das heißt nicht nur, dass wir sie respektieren und freundlich zu ihnen sind, sondern auch, dass wir versuchen ihre individuellen Fähigkeiten einzuschätzen und sie dort einsetzen, wo sie ihre Fähigkeiten am besten entwickeln können. Wir üben keinen Leistungsdruck aus, sondern belohnen Fleiß und Engagement.

Das Resultat dieser Philosophie ist ein Konglomerat aus zufriedenen Kunden, zufriedenen Mitarbeitern, zufriedenem Personal mit wenig Fluktuation und ein ausgeglichenes Selbst.

Die Schattenseite der Medaille ist, dass man mit so einer Philosophie kaum Geld verdienen kann. Das war jetzt nicht so geplant, das hat sich so ergeben. 😉